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Ratgeber

Gehalt in der Elektrotechnik: was die Spanne bestimmt

Tarif, Einsatzort und Zusatzaufgaben erklären die meisten Unterschiede.

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Gilt ein Tarifvertrag?

Ein Tarifvertrag gilt nach dem Tarifvertragsgesetz für Betriebe, die Mitglied im tarifschließenden Arbeitgeberverband sind oder selbst einen Tarifvertrag abgeschlossen haben. Ob das bei einem Elektrobetrieb, einem Industrieunternehmen oder einem Netzbetreiber der Fall ist, steht selten in der Anzeige. Frag im Gespräch direkt, ob ein Tarifvertrag gilt, welcher es ist und wie Schicht und Bereitschaft vergütet werden.

Typische Gehälter für häufige Stellen:

38.000–50.000 € brutto/Jahr
Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d), Akkodis, Dresden
38.000–52.000 € brutto/Jahr
Elektriker / Elektromonteur / Elektroinstallateur (m/w/d) gesucht, Neufeld Immobilien GmbH, Oedheim
50.000–65.000 € brutto/Jahr
Elektrotechniker / Elektromeister Konstruktion (m/w/d), Arbeitgeber aus der Region, Waltenhofen

Das tatsächliche Gehalt steht erst im Vertrag.

Was das Gehalt nach oben verschiebt

  • Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft, die gesondert vergütet werden
  • Schichtarbeit in der Instandhaltung mit Zuschlägen
  • Kundendienst mit Firmenwagen, wenn der Wagen auch privat genutzt werden darf
  • Zusatzqualifikationen, etwa für Steuerungstechnik oder Prüfungen elektrischer Anlagen
  • Verantwortung als Obermonteur, Meister oder Projektleitung

Stundenlohn oder Monatsgehalt

Manche Betriebe zahlen einen Stundenlohn, andere ein festes Monatsgehalt. Für einen fairen Vergleich rechnest du beides auf das Jahr hoch: Stundenlohn mal vertragliche Wochenstunden mal 52, dazu Urlaubs- und Weihnachtsgeld, falls vereinbart. Prüfe auch, ob Überstunden ausbezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden und ob es ein Arbeitszeitkonto gibt. Bei Stellen im Kundendienst lohnt die Frage, ob die Fahrt vom Wohnort zum ersten Kunden als Arbeitszeit zählt.

Wann eine Gehaltsfrage angebracht ist

Viele Elektrobetriebe fragen schon im ersten Gespräch nach deinem Gehaltswunsch. Nenne dann eine Spanne, die du mit deinem bisherigen Lohn und den Zusatzaufgaben der Stelle begründen kannst. Sag dazu, unter welchen Bedingungen du am unteren Ende einsteigen würdest, etwa mit Firmenwagen oder bezahlter Weiterbildung zum Meister. So bleibt das Gespräch sachlich und beide Seiten wissen, woran sie sind.

Untergrenzen, die immer gelten

Für alle Beschäftigten gilt der gesetzliche Mindestlohn. Er liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto je Stunde und steigt am 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. In der Ausbildung gilt die Mindestausbildungsvergütung: Wer 2026 eine Ausbildung beginnt, erhält im ersten Jahr mindestens 724 Euro im Monat, im vierten Jahr mindestens 1.014 Euro. Tarifverträge können höhere Beträge vorsehen.

Vergleiche Angebote nicht nur über den Stundenlohn. Rechne Zulagen, Fahrzeiten, Urlaubstage und die Regelung für Überstunden mit ein. Eine Anzeige mit höherem Grundlohn kann unterm Strich weniger bringen, wenn Bereitschaft oder Fahrten nicht bezahlt werden.

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